Die St. Petri-Pauli-Kirche ist im Jahr 2011 wegen Umbauarbeiten nicht geöffnet.
Wiedereröffnung der Petri-Pauli-Kirche
Für das letzte Wochenende im kommenden April und den nachfolgenden
1.Mai sollten Sie sich keine Reise vornehmen, sondern lieber
Gäste hierher nach Eisleben einladen. Denn dann wird die Petri-
Pauli-Kirche wiedereröffnet.
Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 29.April um 14.00 Uhr, in
dem uns
Margot Käßmann die Predigt halten wird, wollen wir die
Türen der Kirche wieder offiziell öffnen.
Bis zum 1. Mai wird es verschiedene Angebote über Konzert und
Vortrag bis hin zu Aktionen für Familien mit Kindern geben.
Die konkreten Angebote werden in den nächsten Heften veröffentlicht.
Wenn Sie Anregungen für das Festprogramm haben, lassen Sie es
uns wissen, auch was mögliche Themen für Ausstellungen in der
Kirche betrifft.
Die St. Petri-Pauli-Kirche ist die Taufkirche Martin Luthers
Die heutige St. Petri-Pauli-Kirche entstand von 1447 bis1513, eine erste Petri-Kirche gab es bereits Ende des 13. Jahrhunderts.
Luthers Taufe am 11.November 1483 durch Pfarrer Bartholomäus Rennbecher fand" in der Kapelle unter dem Turm" statt. (So die Überlieferung).
Das Kirchenschiff hat schöne Kreuz- und Netzgewölbe. Auf den Gewölberippen befinden sich Hausmarken, Zunftzeichen und Familienwappen, in der Kirchenmitte die Lutherrose und im Altarraum Symbole der Passion Christi.
Das bis auf uns überkommene Kirchenbauwerk stellt sich im Wesentlichen als dreigliedriger Baukörper dar, mit einem dreischiffigen Langhaus welches mit einem hohen Satteldach versehen ist, einem eingezogenen Chor mit polygonalen Ostabschluss - ebenfalls mit hohen Satteldach, aber doch in der Firstlinie zum Langhaus nach unten versetzt und dem auf einem querrecht-eckigen Grundriss stehenden Westturm mit einem oktogonalem Fachwerkaufsatz und einer ebenfalls achteckigen Dachhaube, Laterne und Zwiebel. An der Nordostecke des Turmes befindet sich der runde Treppenturm, zwischen Chor und südlichem Seitenschiff ist eine Sakristei angebaut.
Die Petri-Vorstadt dürfte bereits im 13. Jahrhundert entstanden sein, da Ende des 13. Jahrhunderts bereits ein Kirchhof St. Petri erwähnt wird. Als um 1500 die Bewohner des aufgegebenen Dorfes Lüttchen-Eisleben sich in der Nähe des Petriviertels ansiedelten, wurde deren St. Pauli-Gemeinde in der Petrikirche eingepfarrt. Dieser Umstand bewirkte, dass die gemeinsame Pfarrkirche von nun an St. Petri- Pauli-Kirche genannt wird.
Infolge der beträchtlich gestiegenen Zahl der Gemeindemitglieder war die alte Kirche nun zu klein und man entschloss sich für einen Neubau. 1447 erfolgte die Grundsteinlegung des neuen Kirchturmes, der 1474 vollendet wurde. Das Kirchenschiff wurde zwischen 1486 und 1513 (Inschrift über dem kleinen kielbogigen Chorportal der Nordseite) erbaut.
Durch den florierenden mansfeldischen Kupferschieferbergbau zog es auch Hans Luder aus dem thüringischen Möhra nach Eisleben bzw. Mansfeld, um im Berg- und Hüttenwesen zu arbeiten, wo er es zu Wohlstand und gesellschaftlicher Anerkennung brachte.
In dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs der Stadt, aber auch des gesellschaftlichen Umbruches, wurde der große Reformator Martin Luther am 10.November 1483 in Eisleben geboren und am darauffolgenden Tag in einer Kapelle der St. Peter und Paul Kirche getauft.
Nach einer Minuskelinschrift an der Nordseite des Turmes begann der spätgotische Neubau der Petri-Pauli-Kirche 1447 mit dem Westturm, einer 1561 im Turmknopf entnommenen Urkunde zufolge wurde dieser 1474 vollendet.
Die Turmkapelle ist von außen nicht zugänglich, sondern nur vom Inneren des Kirchenschiffes über eine spitzbogige Türöffnung in der Ostwand des Turmes erreichbar.
Entsprechend seiner Bedeutung als vermeintliche Taufkapelle Martin Luthers ist der Raum auch eingerichtet. Neben dem Taufstein mit gedrehtem Fuß aus dem Jahre 1817 und einem Flügelaltar (um 1520), beides aus der St. Nicolaikirche der Stadt Eisleben, sind vier kleine zeitgenössische Gemälde mit der Darstellung Luthers, dessen Frau und seinen Eltern zu erwähnen.
Das Innere der Kirche ist geprägt von den Mittel- und Seitenschiffe trennenden, achteckigen gekehlten Pfeilern mit Rundstäben an den Ecken, die in die ebenfalls profilierten Arkaden übergehen, der Westempore und dem Orgelprospekt aus dem Jahre 1929. Die St. Petri-Pauli-Kirche besitzt einen spätgotischen Schnitzaltar, in dessen Mittelschrein „Anna-Selbdritt“ (Anna, Maria und Jesus) dargestellt ist.
Die Glocken der St. Petri-Pauli-Kirche
Alle Glocken stammen von Pawel Moes, der sie in zwei Güssen 1499 (große Glocke) und 1509 (mittlere und kleine Glocke) schuf.
Große Glocke:
Name Apollonia
Durchmesser 1926 mm
Gewicht ca. 4000 kg
Die Tontiefe der Glocken, so ein Glockensachverständiger, findet man nur in Domkirchen.
Mittlere Glocke:
Name Benigna
Durchmesser 1667 mm
Gewicht ca. 2800 kg
Kleine Glocke:
Name Anna- oder Dienstagsglocke
Durchmesser 1301 mm
Gewicht ca. 1500 kg
Die Stadt Eisleben bewahrt noch heute einen höchst bemerkenswerten Glockenbestand, der vor allem durch die großen spätmittelalterlichen Glocken des Pawel Moes gekennzeichnet ist und in der exponierten Größe des Petri-Pauli-Geläutes die Bedeutung der Bergbaustadt widerspiegelt. Eine vollständig erhaltenes Dreiergeläut auf as' wie in der St. Petri-Pauli-Kirche, der Taufkirche Martin Luthers, ist auch in der, an großen Glocken so reichen Region Mitteldeutschlands, eine Besonderheit. Es ist eines der bemerkenswertesten Geläute Sachsen-Anhalts und zugleich eines der größten und schwersten spätgotischen Stadtkirchengeläute im deutschen Sprachraum.
Luthers Taufstein konnte restauriert werden!!!
Der Taufstein nach der Restaurierung
Jedes Jahr am 11. November, dem Tag der Taufe Martin Luthers findet ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Laternenumzug zum Lutherdenkmal auf dem Marktplatz statt.