Am 29. April 2012 wurde die St Petri-Pauli-Kirche als "Zentrum Taufe " wiedereröffnet.

Mit dem 29.April beginnt in der Taufkirche Martin Luthers etwas Neues. Nicht nur, dass der spätgotische Kirchenraum eine neue Gestaltung bekommen hat. Sondern neben die historische Bedeutung der Kirche möchten wir einen neuen Akzent setzen: die Bedeutung der Taufe in unserer heutigen Zeit und für jeden einzelnen Besucher, schreibt Parrerin Carstens-Kant. Mehr erfahren Sie auf der website: www.zentrum-taufe-eisleben.de
Es werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert. Die Kirche ist verläßlich geöffnet von Montag - Samstag von 10.00 bis 16.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11.30 bis16.00 Uhr.

 


Die St. Petri-Pauli-Kirche
ist die Taufkirche Martin Luthers

Die heutige St. Petri-Pauli-Kirche entstand von 1447 bis1513, eine erste Petri-Kirche gab es bereits Ende des 13. Jahrhunderts. Martin Luther wurde am 11. November 1483 durch Pfarrer Bartholomäus Rennbecher ind der St. Petri-Pauli-Kirche getauft. Das Kirchenschiff hat schöne Kreuz- und Netzgewölbe. Auf den Gewölberippen befinden sich Hausmarken, Zunftzeichen und Familienwappen, in der Kirchenmitte die Lutherrose und im Altarraum Symbole der Passion Christi.



Das bis auf uns überkommene Kirchenbauwerk stellt sich im Wesentlichen als dreigliedriger Baukörper dar, mit einem dreischiffigen Langhaus welches mit einem hohen Satteldach versehen ist, einem eingezogenen Chor mit polygonalen Ostabschluss - ebenfalls mit hohen Satteldach, aber doch in der Firstlinie zum Langhaus nach unten versetzt und dem auf einem querrecht-eckigen Grundriss stehenden Westturm mit einem oktogonalem Fachwerkaufsatz und einer ebenfalls achteckigen Dachhaube, Laterne und Zwiebel. An der Nordostecke des Turmes befindet sich der runde Treppenturm, zwischen Chor und südlichem Seitenschiff ist eine Sakristei angebaut. Die Petri-Vorstadt dürfte bereits im 13. Jahrhundert entstanden sein, da Ende des 13. Jahrhunderts bereits ein Kirchhof St. Petri erwähnt wird. Als um 1500 die Bewohner des aufgegebenen Dorfes Lüttchen-Eisleben sich in der Nähe des Petriviertels ansiedelten, wurde deren St. Pauli-Gemeinde in der Petrikirche eingepfarrt. Dieser Umstand bewirkte, dass die gemeinsame Pfarrkirche von nun an St. Petri- Pauli-Kirche genannt wird. Infolge der beträchtlich gestiegenen Zahl der Gemeindemitglieder war die alte Kirche nun zu klein und man entschloss sich für einen Neubau. 1447 erfolgte die Grundsteinlegung des neuen Kirchturmes, der 1474 vollendet wurde. Das Kirchenschiff wurde zwischen 1486 und 1513 (Inschrift über dem kleinen kielbogigen Chorportal der Nordseite) erbaut. Durch den florierenden mansfeldischen Kupferschieferbergbau zog es auch Hans Luder aus dem thüringischen Möhra nach Eisleben bzw. Mansfeld, um im Berg- und Hüttenwesen zu arbeiten, wo er es zu Wohlstand und gesellschaftlicher Anerkennung brachte. In dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs der Stadt, aber auch des gesellschaftlichen Umbruches, wurde der große Reformator Martin Luther am 10.November 1483 in Eisleben geboren und am darauffolgenden Tag in der St. Peter und Paul Kirche getauft. Nach einer Minuskelinschrift an der Nordseite des Turmes begann der spätgotische Neubau der Petri-Pauli-Kirche 1447 mit dem Westturm, einer 1561 im Turmknopf entnommenen Urkunde zufolge wurde dieser 1474 vollendet. Das Innere der Kirche ist geprägt von den Mittel- und Seitenschiffe trennenden, achteckigen gekehlten Pfeilern mit Rundstäben an den Ecken, die in die ebenfalls profilierten Arkaden übergehen, der Westempore und dem Orgelprospekt aus dem Jahre 1929. Die St. Petri-Pauli-Kirche besitzt einen spätgotischen Schnitzaltar, in dessen Mittelschrein „Anna-Selbdritt“ (Anna, Maria und Jesus) dargestellt ist. In der Turmkapelle befindet sich der Flügelaltar (um 1520) un der Taufstein mit gedrehtem Fuß aus dem Jahre 1817 aus der St. Nicolaikirche der Stadt Eisleben.




Die Glocken der St. Petri-Pauli-Kirche Alle Glocken stammen von Pawel Moes, der sie in zwei Güssen 1499 (große Glocke) und 1509 (mittlere und kleine Glocke) schuf. Große Glocke: Name Apollonia Durchmesser 1926 mm Gewicht ca. 4000 kg Die Tontiefe der Glocken, so ein Glockensachverständiger, findet man nur in Domkirchen. Mittlere Glocke: Name Benigna Durchmesser 1667 mm Gewicht ca. 2800 kg Kleine Glocke: Name Anna- oder Dienstagsglocke Durchmesser 1301 mm Gewicht ca. 1500 kg



Die Stadt Eisleben bewahrt noch heute einen höchst bemerkenswerten Glockenbestand, der vor allem durch die großen spätmittelalterlichen Glocken des Pawel Moes gekennzeichnet ist und in der exponierten Größe des Petri-Pauli-Geläutes die Bedeutung der Bergbaustadt widerspiegelt. Eine vollständig erhaltenes Dreiergeläut auf as' wie in der St. Petri-Pauli-Kirche, der Taufkirche Martin Luthers, ist auch in der, an großen Glocken so reichen Region Mitteldeutschlands, eine Besonderheit. Es ist eines der bemerkenswertesten Geläute Sachsen-Anhalts und zugleich eines der größten und schwersten spätgotischen Stadtkirchengeläute im deutschen Sprachraum.



Luthers Taufstein konnte restauriert werden!!!

Der Taufstein nach der Restaurierung



Jedes Jahr am 11. November, dem Tag der Taufe Martin Luthers findet ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Laternenumzug zum Lutherdenkmal auf dem Marktplatz statt.



Im Dezember 2010 wird die Petrikirche beräumt und im Januar 2011 beginnen die Bauarbeiten zur Sanierung und zum Umbau der Petrikirche zum Zentrum Taufe.



Petrikirche Innenraum, Bilder: FRANK-HEINRICH MÜLLER / PHOTOGRAPHIEDEPOT.DE / 2012



Der neugestaltete spätgotische Kirchenraum der Petrikirche nach der Restaurierung und dem Umbau zum Zentrum Taufe.
www.zentrum-taufe-eisleben.de



Altar in der Petrikirche nach der Restaurierung und dem Umbau.