Die St. Andreaskirche ist von April bis Oktober täglich zur Besichtigung und zur „Stillen Andacht“ geöffnet.

Montag – Samstag: 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr Sonntag und Feiertage: 11.30 Uhr bis 16.00 Uhr

Andreaskirche vor der Sanierung

Die St. Andreaskirche wurde 1180 erstmalig erwähnt. Der jetzige Bau ist erst am Ende des 15.Jahrhunderts entstanden, als alle Kirchen in Eisleben umgestaltet wurden. Der große Glockenturm wurde 1404 begonnen und dem heiligen Stephanus geweiht. Der Turmbau zog sich bis 1486 hin. Dann haben die beiden Stadtbrände von 1498 und 1601 zu einer Verzögerung geführt. Erst im Jahre 1723 wurde der Turm vollendet. Die beiden Türme im Westen über der Eingangstür dienten früher dem Turmwächter. Sie erlitten beim Stadtbrand 1601 großen Schaden und wurden danach mit barocken Hauben gekrönt. Die Westfront mit der Eingangstür enthält die ältesten Bauteile. Beim Betreten der Kirche sind auch zunächst kurze romanische Säulen als Stützen der Orgelempore sichtbar.



Das Kircheninnere zeigt einen spätgotischen Übergangsstil, weite Bogen mit stumpfer Spitze. Die Steinmetzzeichen sind aus der Zeit um 1480. Die Kirche hat jetzt ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe, die auf gleicher Länge abschließen. Die beiden Seitenkapellen wurden angebaut. Die mächtigen Pfeiler vor dem Altarraum zeigen, dass der vorhergehende Bau anders gegliedert war.



Auf dieser Kanzel hat Martin Luther seine letzten vier Predigten gehalten. Am 14. Februar 1546 hielt er seine letzte Predigt zum Bibeltext „Matthäus 11, 28“: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken."........"Du bist allein mein Herr und Meister, ich bin dein Schüler. Das und viel mehr wäre von dem Evangelio zu sagen, aber ich bin zu schwach, wir wollens hierbei bleiben lassen.“ Mit diesen Worten schloss Martin Luther seine Predigt. Die Kanzel wurde bis vor hundert Jahren nur viermal im Jahr benutzt: an Luthers Geburtstag, dem 10.November, seinem Sterbetag, dem 18.Februar, dem Reformationstag am 31.Oktober und dem Tag der Augsburger Confession, am 25.Juni. Sonst wurde auf einer zweiten Kanzel gepredigt, die am nächsten Pfeiler errichtet war. Sie wurde im Jahr 1877 abgerissen. Ihr Schalldeckel wurde dann über der Lutherkanzel angebracht. Diese ist im Original erhalten, doch statt der engen Wendeltreppe wurde eine bequemere Treppe angelegt. Die beiden prächtigen Messingkronleuchter sind eine Stiftung der Nürnberger Kaufmannsfamilie Fürer. Sie wurden 1610 in der Kirche aufgehängt. Die St. Andreaskirche besaß 1531 vierzehn Altäre. Darunter einen Fronleichnamsaltar, einen Petrusaltar (die Petrusfigur ist erhalten geblieben) und einen Marienaltar.



Der Aufsatz des großen Hauptaltars entstand zwischen 1475 und 1480. Es handelt sich um einen doppelten Flügelaltaraufsatz. Wird der Altar ganz zugeklappt, sind die Kreuzigung Christi und die Abnahme seines Leibes vom Kreuz zu sehen. Einmal aufgeklappt, zeigt der Altar die Geburt Christi, die Anbetung der Könige, die Darbietung im Tempel und Maria Himmelfahrt. Der vollständig geöffnete Altar zeigt den goldenen Himmel, in dessen Mittelteil Maria für die Gläubigen vor ihrem Sohn betet. Maria wird nach der Krönung durch Jesus von ihm gesegnet. Im linken Flügel sind als Vertreterinnen des Jungfrauenchores Katharina mit dem Schwert und dem Rad sowie Barbara mit dem Turm darstellt. Im rechten Flügel sind Nicolaus mit drei Goldkugeln und Laurentius (sein Rost ist leider verloren gegangen) zu sehen. Der Altaraufsatz wurde wahrscheinlich in einer mitteldeutschen Werkstatt unter fränkisch-nürnbergischem Einfluss gefertigt. Die Stifter und die Werkstatt sind jedoch nicht bekannt.

Die Grablegen der Grafen von Mansfeld waren zuerst in der Johanneskapelle des Klosters
Neu-Helfta. Nachdem das Kloster durch die Folgen des Bauernkrieges 1525 zerstört wurde, überführte man die Grabsteine aus dem Kloster in die Kirche.
Am Ende des Südschiffes (rechts vom Altar) befindet sich das Epitaph des Grafen Ernst II., der Thomas Müntzer in Heldrungen gefangen hielt und foltern ließ. Ihm gegenüber steht das Epitaph seiner zweiten Frau, Gräfin Dorothea, geb. von Solms. Sie hat aktiv die Juden in der Grafschaft Mansfeld beschützt.
Das große Epitaph im Hintergrund ließ Graf Hans Albrecht aus Mansfeld nach Eisleben bringen. Es wurde für seine verstorbenen Frau, Gräfin Magdalena, errichtet.
Ein bemerkenswertes Renaissancedenkmal im nördlichen Nebenchor links ist die Tumba des Grafen Hoyer VI. von Mansfeld. Er begleitete hohe Reichsämter; war Reichsoberstabelmeister, Herzog von Luxemburg und Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1540 katholisch.



Die barocke Grabtumba, mit den drallen Putten aus Marmor, ist für Graf Bruno von Mansfeld-Bornstedt, gestorben im Jahre 1615, errichtet worden.



Andreaskirche nach der Sanierung